Kroatisches Erbrecht bei der letzwilligen Verfügung

Sie haben eine mit Immobilien verbundene Frage und befinden sich in Europa?

Das Erbrecht in der Republik Kroatien ist durch das Erbgesetz geregelt. Im Todesfall kann die Erbmasse aufgrund eines Testaments oder des Gesetzes aufgeteilt werden. Erben fragen oft woraus das Nachlassvermögen (die Erbmasse) genau besteht. Um Unklarheiten und Streitigkeiten zu vermeiden, stellt dieser Artikel einen Überblick des kroatischen Erbrechts bei der letztwilligen Verfügung dar.

Laut dem Erbgesetz kann jeder ein Testament aufsetzen mit dem er sein ganzes Vermögen (oder nur seinen Anteil) jemandem hinterlässt. Nach kroatischem Erbrecht kann ein eigenhändiges Testament, ein öffentliches Testament oder ein schriftliches Testament vor zwei Zeugen errichtet werden. Jedes Testament ist anfechtbar, insbesondere wenn ein Erblasser über einen disponiblen, nicht pflichtteilsgeschützten Anteil verfügt (wenn der Pflichtteil verletzt ist). Den auf die erlaubte Höhe herabgesetzten Testamentsinhalt man innerhalb von drei Jahren ab der Testamentseröffnung einklagen.

Gleicherweise kann jede Schenkung, die vom Erblasser einem Erben gemacht worden ist, angefochten werden. Die Rückerstattung der Schenkung kann man innerhalb von drei Jahren ab dem Tod des Erblassers einklagen, bzw. ab dem Tag der Rechtskraft des Beschlusses, mit welchem der Erblasser für tot erklärt wurde.

Verfügungen, die im Fall des Todes gemacht wurden, sowie Schenkungen des Erblassers haben häufig zur Folge, dass Erben Ihre Rechte, in erster Linie das Recht auf den Pflichtteil, erst durch das Gericht geltend machen können. Zahlreiche Streitigkeiten können aber mit einem Vertrag verhindert werden. Wenn der Erblasser das Eigentum anders verteilen will als es durch das Gesetz bestimmt ist, und andererseits sicher gehen will, dass nach seinem Tod auch keine unnötigen Gerichtsprozesse entstehen, ist es empfehlenswert einen Vertrag zu machen wie z.B. einen Vertrag über die Abtretung und Aufteilung des Eigentums. In diesem Falle hat der Erblasser zum Zeitpunkt des Todes kein Eigentum mehr, weil diese Verträge bereits über das Eigentum verfügt haben.

Solch ein Vertrag ist die beste Art und Weise vermögensrechtliche Fragen, die andernfalls nach dem Tode entstehen würden, zu regulieren. Wenn ein solcher Vertrag geschlossen wurde, kann es nach dem Tod zu keinen Erbstreitigkeiten kommen, weil alle Pflichterben diesen Vertrag bereits unterschrieben haben. Die Abtretung und Aufteilung des Eigentums (in den meisten Fällen handelt es sich hier um Immobilien) ist nur dann gültig, wenn der Ehepartner, alle Kinder und alle anderen Nachkommen des Erblassers, die gesetzliche Erben sind, damit einverstanden sind. Daher ist zu empfehlen, dass ältere Personen ihr Vermögen ihren Wünschen entsprechend noch zu Lebzeiten durch Verträge aufteilen, und zwar am besten durch einen Vertrag über Abtretung und Aufteilung des Eigentums. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass solch ein Vertrag geschlossen werden muss während die Person noch vollkommen urteilsfähig ist. Auf diese Art und Weise behält die ältere Person weiterhin die Kontrolle über das Eigentum und andererseits hat sie es ihren Wünschen entsprechend und sicher auf eine dritte Person übertragen.

Darüber hinaus ist es zu empfehlen, dass Erblasser ihre Rechte bewahren indem sie die Immobilien belasten. Als eine Art der Belastung kann ein Nießbrauchrecht zugunsten des Erblassers errichtet werden damit er die Immobilie bis zu seinem Tod ohne Beschränkung nutzen kann. Gleichzeitig ist es auch möglich ein Verbot der Veräußerung und Belastung der Immobilie zu begründen.

Die Abwicklung von diesem Vertrag in Bezug auf Immobilien ist nicht nur mit dem Erbgesetz sondern auch mit dem Schuldrechtsgesetz und dem Gesetz über die Grundbücher geregelt. Deshalb ist zu empfehlen, dass sich sowohl Erblasser als auch Erben bei der Abwicklung von einem Anwalt beraten lassen.